Die
Dauerausstellung im Naturkundemuseum Leipzig
13 Hermanus Hendricus ter Meer Dioramen
Eisbär mit Jungtier - Thalarctos maritimus
Grönland 1910, präpariert von H.H.ter Meer
Der Eisbär ist zirkumpolar verbreitet. Auf der Nahrungssuche
unternimmt er weite Wanderungen. Er erbeutet vorwiegend Robben, frisst
aber auch Aas. Die Jungen werden in einer Eishöhle geboren und
in den ersten Lebensmonaten von der Mutter nicht verlassen. In dieser
Zeit zehrt die Bärin von den gespeicherten Fettreserven.
Infolge starker Bejagung und der wirtschaftlichen
Erschließung der Arktis war der Eisbär
bestandsgefährdet- Nachdem 1975 eine Übereinkunft der
Polaranliegerstaaten zum Schutz des Eisbären in Kraft trat,
hat sich der Bestand wieder erholt. Der Weltbestand wird auf 20.000 bis
25.000 Exemplare geschätzt.
Sattelrobbe - Pagophilus groenlandicus
Grönland 1913, präpariert von H.H.ter Meer
Sattelrobben suchen zur Geburt der Jungen im Frühjahr die
Eisfelder vor den Küsten auf, sonst jagen sie auf weiten
Wanderungen im Nordatlantik Fische, wobei sie bis 250m tief und 30min
lang tauchen. Die neugeborenen Jungen tragen ein dichtes, weiches,
weißes Fell, das im Pelzhandel sehr begehrt ist. Deshalb
werden jährlich Tausende Jungtiere erschlagen. Auf Grund
weltweiter Proteste gegen diese Massenschlächterei haben viele
Länder ein Einfuhrverbot für Robbenfelle
verhängt.
Sibirischer Tiger - Panthera tigris altaica
Amurgebiet 1889, umgearbeitet von H.H.ter Meer
Tiger leben in mehreren Unterarten in Asien, meist als
Einzelgänger oder paarweise in Eigenbezirken bis 500
km² Größe. Ihre Nahrung besteht aus
größeren Säugetieren, aber auch
Vögeln, Reptilien und Fischen. Der Sibirische Tiger ist die
größte und schwerste Unterart.
Seit etwa 1850 schrumpft das Verbreitungsgebiet des stark bejagten
Tigers ständig. Früher vorwiegend wegen seines Felles
gejagt, wird er heute gewildert, um seine Knochen und Innereien
für die ostasiatische Wundermedizin zu vermarkten. Besonders
gefährdet sind gegenwärtig der Sibirische Tiger
(Bestand: 150-200) und der Südchinesische Tiger
(Bestand:30-80).
Schneeleopart - Unica unica
Zoo Leipzig 1917 (Wildfang aus dem Himalaja), präpariert von
H.H.ter Meer
Der Schneeleopard bewohnt als Einzelgänger Gebirgsregionen
zwischen 2000 und 3000 m, im Sommer bis 6000 m Höhe. Er
ernährt sich von Wirbeltieren bis
Wildschafgröße. Sein langhaariger, dichter Pelz ist
eine Klimaanpassung. Seinetwegen wurde er intensiv bejagt, so dass er
heute als bestandsgefährdet gilt.
Der Schneeleopard ist eine Großkatze, die aber anatomisch und
ethologisch den Kleinkatzen nahesteht.
Löwe (weibl.) - Panthera leo
Zoo Leipzig 1915, präpariert von H.H.ter Meer
Der Löwe bewohnt überwiegend trockenwarme
Offenlandschaften, wo er in Rudeln von 3 bis 40 Tieren
größere Säugetiere jagt. Die
Löwinnen bringen nach einer Tragzeit von 108-112 Tagen
durchschnittlich 2-3 Junge zur Welt. Zu Beginn der historischen Zeit
noch in Südosteuropa heimisch, hat sich der Lebensraum der Art
ständig verkleinert, so dass von den rund zehn Unterarten der
Kaplöwe 1865 und der Berberlöwe Nordafrikas 1920
ausstarb. Gefährdet ist heute vor allem der Indische
Löwe.
Braunbär - Ursus arctos
Zoo Leipzig 1932, präpariert von einem Schüler ter
Meer's
Der Braunbär besiedelt in mehreren Unterarten ein
großes Verbreitungsgebiet. Er ist ein Allesfresser, der sich
sowohl von pflanzlicher, als auch von tierischer Kost ernährt.
Während der Winterruhe (kein Winterschlaf) bringt die
Bärin ihre Jungen zur Welt. In Europa führten die
Rodungen der Wälder seit dem frühen Mittelalter zu
großflächigen Zerstörungen seines
Lebensraunes. In Sachsen wurden zwischen 1611 und 1665 über
300 Exemplare erlegt. Der letzte sächsische Bär fiel
1746 bei Stein an der Zschopau. Gegenwärtig ist die Art in den
meisten Ländern geschützt.
Leopard - Panthera pardus
Asien 1877, umgearbeitet von H.H. ter Meer
Der Leopard bewohnt meist einzeln, zeitweilig auch paarweise Reviere in
unterschiedlichsten Lebensräumen Afrikas, Vorder-,
Süd- und Ostasiens. Er erbeutet hauptsächlich
mittelgroße Säugetiere und Vögel.
Trotz internationaler Schutzbestimmungen wird er wegen seines begehrten
Felles illegal gejagd. Mehrere Unterarten sind vom Aussterben bedroht.
In Gebieten Afrikas, wo er bereits ausgerottet wurde, kam es zu
Massenvermehrungen von Pavianen, die beträchtliche
Schäden in der Landwirtschaft anrichten.