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Die Wirbeltier-Sammlungen im NKM Leipzig

Kurator: Stelle derzeit nicht besetzt !
Vertretung durch den Präparator des Museums Rene Diebitz

Die Wirbeltiersammlungen am Naturkundemuseum Leipzig werden unterschieden in die Haussammlung und die Lehrsammlung. Die Haussammlung des Naturkundemuseums ist als Regionalsammlung die einzige historisch gewachsene Sammlung aus dem Regierungsbezirk Leipzig. Dazu gehören wissenschaftlich bedeutende Belege von heute in Sachsen ausgestorbenen Arten (z.B. Großtrappe oder Triel). Dagegen enthält die Lehrsammlung Tierepräparate von Arten aus aller Welt. Sie wurden auf internationalen Forschungsreisen vergangener Jahrhunderte gesammelt, stammen aus Ankäufen und Schenkungen oder Beschlagnahmen durch den Zoll sowie auch aus dem Zoo. Die Lehrsammlung kam als Folge der Auflösung des Zoologischen Museums der Karl-Marx-Universität Leipzig in den Besitz des Naturkundemuseums. 


Säugetiere Haus-
sammlung
Lehr-
sammlung
Standpräparate 247 285
Balgpräparate 605 88
Flüssigkeitspräparate 451 2
Schädel & Skelette 479 151
Geweihe & Trophäen 47 217
Mumien 1
Summe 1.829 743






Biberschädel


Kleiner Katzenbär
Mit 232 Präparaten besitzt das Naturkundemuseum Leipzig die umfangreichste Sammlung von Exponaten von Hermanus Hendricus ter Meer (1871-1934). Der gebürtige Niederländer wirkte von 1907 bis zu seinem Tod 1934 als Präparator am Zoologischen Museum der Universität Leipzig.
Mit seiner Publukation über seine dermoplastische Präparationsmethode im Jahr 1900 hatte ter Meer ein entscheidendes Kapitel der internationalen Tierpräparation geschrieben. Seine Werke waren und sind international sehr geschätzt. Als begnadeter bildender Künstler war er im Jahr 1931 Mitbegründer der "Deutschen Künstlervereinigung der Museumsdermoplastiker" (DEUKÜMAS).


Bison

Tüpfelbeutelmarder

Ameisenbeutler

Vögel Haus-
sammlung
Lehr-
sammlung
Standpräparate 961 1.452
Balgpräparate 1.954 2.139
Flüssigkeitspräparate 9 2
Schädel & Skelette 197 48
Summe 3.211 3.641


Großtrappe






Bartalk
Für die Wissenschaftsgeschichte der Zoologie sind die in der Sammlung befindlichen 24 Vogel-Standpräparate aus Russland von Peter Simon Pallas besonders zu nennen. Er gehörte zu den bedeutendsten Forschungsreisenden des 18. Jahrhunderts. Die primär als Bälge vorhandenen Vögel wurden vom Präparator Robert Tobias zu Standpräparaten umgearbeitet.


Dohle

Grünspecht

Gimpel



1822 begab sich der Gelehrte Eduard Poeppig von Hamburg aus auf seine große Amerikareise. Die Reise begann in Kuba und führte ihn weiter in die USA. Von Baltimore aus reiste Poeppig 1826 nach Chile. 1829 verließ Poeppig Chile und segelte nach Peru. Die letzte Etappe führte ihn an den Amazonas, bevor er 1832 nach Leipzig zurückkehrte. In Leipzig nahm er eine Professur für Naturwissenschaften an und gründete 1837 das Zoologische Museum.
Das Naturkundemuseum übernahm vom Zoologischen Museum der Universität 38 Vogel- und 6 Säugetierpräparate aus der Poeppig-Sammlung.


Zweifarbfischer

Veilchenkolibri

Purpurbrustcotinga



Vogel-Reliefbilder: sind Federbilder, bei denen die Vogelkörper erhaben unterlegt wurden. Die Vögel sind in natürlicher Größe gearbeitet und mit einer meist detailreichen Hintergrundmalerei versehen. Hinter Glas und Rahmen gegen Staub und Schädlinge geschützt sind sie zum Aufhängen an der Wand gedacht. Der bekannteste und qualitativ beste Künstler für Vogel-Reliefbilder war der Schlesier Joseph Plaschke. Das Leipziger Naturkundemuseum besitzt 10 Vogel-Reliefbilder, darunter 1 von Plaschke und 2 von R.Tautz (Halle a/S.).



Eiersammlung: Das Naturkundemuseum hat nie zielgerichtet Vogeleier gesammelt, wenn man darunter das Entnehmen von Gelegen aus der Natur versteht. Der überwiegende Teil der Eiersammlung wurde durch Ankauf erworben.
Die mit Abstand umfangreichste Sammlung mit ca. 13.000 aus 4.700 Gelegen wurde 1944 für die beachtliche Summe von 15.000 Reichsmark angekauft. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass des bekannten Leipziger Ornithologen Richard Schlegel (1865-1933). Es ist die größte Sammlung von Eiern Mitteldeutschlands und enthält darüber hinaus auch Belege aus der ganzen Paläarktis.
Bereits 1911 erwarb das Museum eine Sammlung von über 300 Gelegen aus dem Nachlass von Eugen Rey (1838-1909). 1971 erwarb das Museum die Sammlung von Dr. Backofen mit über 400 Gelegen, die überwiegend aus Nordwestsachsen stammen. Im Jahr 1984 wurde testamentarisch die fast 300 Gelege aus dem Raum Wurzen umfassende Sammlung Herbert Lindner übernommen.

Umfang: 20.596 Eier aus 5.073 Gelegen



Amphibien & Reptilien Haus-
sammlung
Lehr-
sammlung
Amphibien Abgüsse + gefriergetrocknete Präparate 19
Reptilien Abgüsse + Dermoplastiken 48
Flüssigkeitspräparate 92 20
Schädel & Skelette 28
Trockenpräparate 9
Summe 197 20


Anglerfisch (Dermoplastik) ter Meer
Fische Haus-
sammlung
Lehr-
sammlung
Flüssigkeitspräparate 50 74
Dokumentarplastiken 21
Dermoplastiken 1
Schädel & Skelette 6
Summe 78 74