Zukunftsvisionen
6)
Die Evolution des Menschen

Mit
dem
Max-Planck-Institut für Evolutionäre
Anthropologie hat Leipzig eine der weltweit führenden
Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet. Die Entdeckungen der letzten
Jahrzehnte sind atemberaubend und bieten einen völlig neuen
Blick auf die Evolution des Menschen. Was liegt da näher, als
eine enge Kooperation zwischen dem MPI-EVA und dem Naturkundemuseum
anzustreben und so dem MPI eine ideale Plattform zu bieten, auf der es
seine wissenschaftlichen Erkenntnisse einem größeren
Publikum populärwissenschaftlich, spannend und
allgemeinverständlich vermitteln kann. Für
das Naturkundemuseum könnte sich so ein weiterer
überregional bedeutsamer Besuchermagnet entwickeln.
Der Übergang vom Ausstellungspunkt 5) "ter Meer" kann ein
fließender sein.
In einem ersten Schwerpunkt werden die Dermoplastiken von Affen in
Vitrinen ausgestellt. Parallel werden dazu an der Wand graphisch der
aktuelle Stand der Verwandtschaftsuntersuchungen und Abstammungslinien
sowie einzelne Untersuchungsobjekte (Skelettfragmente oder
ähnliches)
dargestellt. An Gehirnquerschnitten
(Flüssigkeitspräparate) können die
wesentlichen Evolutionsschritte dargestellt werden.

In
der
anschließenden Gruppierung wird die Evolution des Menschen in
der Gruppe der Homininen dargestellt. Repliken von Schädeln
und Skelettteilen, eventuell auch einzelne Rekonstruktionen wie z.B.
von Lucy, können dies sehr anschaulich vermitteln. Zudem
könnten Filme von Ausgrabungen und von den
Untersuchungsmethoden gezeigt werden. An einem virtuellen
Operationstisch (Bsp. Ötzi-Museum Bozen) können Besucher
Untersuchungen am Skelett eines Vormenschen nachvollziehen, in dem sich
an den entsprechenden Skelettteilen Untersuchungsprotokolle
öffnen. Von Interesse ist ebenso die
Frage: Wie haben sich die verschiedenen Spezies in der Welt
ausgebreitet und in welcher Umwelt lebten sie? Wer war der erste Homo
in Amerika?

Für
unsere mitteleuropäische Region hat unter unseren Vorfahren
der Neandertaler eine bedeutende Rolle gespielt. Das MPI-EVA hatte
deshalb die spannende Frage analysiert: "Wie viel Neandertaler steckt
in uns?" Im Ergebnis fanden sie heraus, dass der
rätselhafte Steinzeitmensch, der vor ca. 30.000 Jahren
verschwand, weiter in uns lebt. Bis zu vier Prozent Neandertaler-Gene
trägt jeder von uns in sich. Neben interessanten Zeitzeugen
aus der Region können hier Rekonstruktionen sowie der
Film des MPI
über den
Neandertaler gezeigt werden.

In
einer letzten Gruppierung können Ergebnisse der vergleichenden
kognitiven und sozial-kognitiven Verhaltensmuster beim Menschen und
Menschenaffen dargestellt werden. In diesem Bereich lassen sich vor
allem für Kinder spannend einzelne Versuchsanordnungen
nachbauen und so zu einem begreiflichen Erlebnis werden. In Videos und
auf Schautafeln können Ergebnisse dieser Untersuchungen
vorgestellt werden.