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Zu Besuch im Museum für Naturkunde in Magdeburg am 12.11.2011


Dr. Pellmann empfängt uns im Kaiser-Otto-Saal mit einem Vortrag zur Geschichte des Museums für Naturkunde. Bis 2006 war dieses Museum 60 Jahre lang als Provisorium im Kulturhistorischen Museum untergebracht. Nach vielen Jahrzehnten der Ungewissheit fiel 2006 die Entscheidung, dauerhaft an diesem Standort zu bleiben. So begann 2006 mit dem Umzug in neue Räume der Neuaufbau der Dauerausstellung, deren 1. Teil 2009 wiedereröffnet wurde. Im Treppenhaus empfing uns eine Rekonstruktion des Magdeburger Einhorns, welches Otto von Guericke aus 1663 in der Nähe von Quedlinburg gefundenen Knochen von Mammut und Wollhaarnashorn konstruierte.


Der erste Teil der Dauerausstellung, der seit 2009 der Öffentlichkeit zugänglich ist, steht unter dem Thema "Wunder des Lebens - Artenvielfalt im Zeichen der Evolution". Der erste Raum widmet sich dabei den geologisch-archäologischen Funden, die zeitlich gegliedert in beeindruckender Dichte und dennoch übersichtlich präsentiert werden.


Der zweite Raum widmet sich der rezenten Artenvielfalt. Auf der einen Seite ist beeindruckend, wieviel man auf so kleinem Raum ausstellen kann. Wer aber etwas genauere Informationen zu den ausgestellten Objekten haben wollte, der suchte in diesem Raum vergebens. Aber wenn ein Museum mit nur 1.100 m² Ausstellungsfläche auskommen muss, dann ist eine gewisse Komprimierung zu Lasten der Informationsbedürfnisse einzelner Menschen notwendig.


Als beeindruckende Kunstwerke präsentieren die Wandvitrinen einen kleinen Überblick über die unvorstellbare Vielfalt der Gruppe der wirbellosen Tiere.


Der 2. Teil der Dauerausstellung befindet sich noch im Aufbau und widmet sich den "Lebensräumen Sachsen-Anhalts". Dieser Teil der Dauerausstellung soll bis Ende 2012 fertig gestellt sein. Wir dürfen jetzt schon einen Blick auf die Baustelle werfen. Die im Aufbau befindlichen Bäume lassen im ersten Raum den zukünftigen Wald erahnen.


Im dritten Raum der Lebensräume Sachsen-Anhalts steht das Leben am und im Wasser sowie auf Feld und Wiese im Mittelpunkt. Die Vitrinen wurden von der bisherigen Ausstellungsfläche umgelagert und müssen nun noch fertig eingerichtet und überarbeitet werden.


Den Abschluss der im Aufbau befindlichen Dauerausstellung soll das Kapitel "Eiszeit" bilden. Zentraler Teil sind hier die Skelette von Riesenhirsch und Höhlenbär.


Beeindruckend war auch der Blick in die Präparationswerkstätten. Die Größe und Ausstattung der Werkstatt des geologischen Präparators war schon überwältigend. Damit lassen sich stark gefährdete historische Funde, wie der Stoßzahn eines Mammuts, hervorragend konservieren. Geradezu geplättet waren wir aber von der Werkstatt der beiden biologischen Präparatoren, die nicht nur auf einer Etage doppelt so groß ist wie die unseres Leipziger Präparators, sondern sich zudem in einem ehemaligen Heizungskeller auch noch über zwei Etagen erstreckt. Mit drei Präparatoren und so großen Werkstätten können die Magdeburger Kollegen in einer anderen Dimension arbeiten. Und dennoch dauert der Um- und Neuaufbau ihrer Dauerausstellung von 2006 bis mindestens Ende 2012. Wir wünschen dem Magdeburger Museum viel Erfolg und freuen uns in wenigen Jahren auf die fertige Dauerausstellung.